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Kaffee und Krimi

Falk Hummrich betreibt ein Lesecafe.

 

Alles sehr britisch! An der Garderobe hängt ein schwarzer Stockschirm, der ohne wei­teres einem englischen Lord gehören könnte. Darüber unverkennbar das Konterfei von Queen Victoria. Eine Büste von Sherlock Holmes ziert das Bord über dem Tresen. An der anderen Wandseite er­kennt der Gast ein Ge­mälde der Westminster Abbey von London. Bücher in den Regalen und runde Tische mit gemütlichen Sesseln strahlen eine behagliche Wohnzimmeratmosphäre aus. Dabei handelt es sich um das Lesecafe Mycroft's im Hechtviertel. Vor rund einem halben Jahr hat Falk Hummrich das Lokal eröffnet. „Ich habe versucht, ein Stück englischer Clubatmosphäre nachzu­empfinden" , erklärt der 36-Jährige. Seine Gäste können aus rund 3000 Büchern auswählen und gemütlich bei Kaffee, Kuchen und kleinen Snacks schmökern. Außerdem gibt es ein Antiquariat mit allerhand fremdsprachigen Werken. Und wer einen besonderen Bücherwunsch hat, dem versucht Falk Hummrich gerne zu helfen, da er gute Kontakte zu anderen Antiquariaten besitzt.

Schon immer war Falk Hummrichs Interesse an Literatur, besonders an der englischen, groß. Deshalb studierte der gebürtige Dresdner auch Anglistik. Nach Abschluss war er ein Jahr als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität tätig, um dann als Quereinsteiger in den Buchhandel zu wechseln. In diesen drei Jahren reifte der Entschluss, ein Lesecafe zu eröffnen. Den Sprung aus der sicheren festen Anstellung in die unsichere Selbstständigkeit hat Hummrich nicht bereut. „Ich bin mein eigener Chef und kann dadurch gestalten. Außerdem komme ich hier mit vielen Menschen zusammen." Seine jüngsten Pläne sind Lesungen, die noch im Mai starten sollen. Mit Dresdner Autoren ist er bereits im Gespräch. Zeit für andere Hobbys außer Lesen? Hummrich winkt ab: „Wenn es mal nicht so gedrängt ist wie jetzt, möchte ich über die Entwicklung des Dresdner Verlagswesens schreiben." Er selbst bezeichnet sich als bekennender Dresdner, der seine Stadt besonders aufgrund des vielseitigen kulturellen Angebots sehr schätzt. Bleibt die Frage, wo­her der Name Mycroft's stammt. Der Cafebesitzer lacht: „Mycroft ist der Bruder von Sherlock Holmes, der in London einen Club besitzt. Dieser Club hat mich ein Stück bei der Idee eines Lesecafes inspiriert.“ (hui)

 

Lesecafe Mycroft's, Rudolf-Leonhard-Straße 38; Di bis Frei 6.30-1 Uhr; Sa ab 14 Uhr und So 14-20 Uhr. www.mycrofts.de

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